Datenschutz für Kinder

Jugendliche im Netz – ein neuer Ratgeber gibt Verhaltenstipps

Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat eine Onlinebroschüre herausgegeben, die Jugendlichen dabei helfen soll, ein datenschutzrechtliches Bewusstsein zu entwickeln.

Geht man nach Empfehlungen von Experten, so sind bei Jugendlichen drei Stunden Onlinezeit am Tag inzwischen akzeptabel. Doch vermutlich liegt die tatsächliche Anzahl von Stunden, die die jugendliche Surfergruppe im Netz verbringt, deutlich höher. Für viele Jugendliche sind Plattformen und Social-Media-Angebote die Säulen der Kommunikation und des Austauschs. Dabei geht ein Großteil dieser Zielgruppe fürs Alter typisch unbekümmert mit dem Thema Datenschutz um. Bereitwillig werden personenbezogene Daten preisgegeben, um im Netz schnell agieren zu können, heißt die Devise. Das nutzen natürlich die Anbieter der Plattformen schamlos aus und sammeln begierig Daten einer Zielgruppe, die in den kommenden Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht immer wichtiger wird.

Die neue Broschüre gibt wertvolle Tipps zur Regulierung des eigenen Verhaltens im Internet und schafft einen sinnvollen Überblick, ohne das Internet per se zu verteufeln oder Ängste zu schüren. Die Lektüre empfiehlt sich freilich nicht nur für die jugendliche Zielgruppe. Auch reifere Surfer tun gut daran, sich die zehn Kapitel immer mal wieder zu Gemüte zu führen – um vermutlich festzustellen, wie schlampig auch der vermeintlich erfahrene Internetnutzer im Alltag mit seinen Daten umgeht.

Kompakte Darstellung, klare Empfehlungen

Privatsphäre schützen, keinen Ärger bekommen und es Unternehmen nicht zu einfach machen, ihren riesigen Datenhunger zu stillen – das ist der Tenor der kompakten und verständlich formulierten Broschüre – ein gelungener Leitfaden für Surfer jeden Alters.

  • Verwende einen Spitznamen. Diese Option müssen Anbieter gesetzlich zulassen.
  • Lege ein zusätzliches Profil an. Wann immer es unumgänglich ist, echte Daten preiszugeben, sollte in diesem zweiten Profil tatsächlich nur das absolute Minimum freigegeben werden.
  • Vorsicht bei Fotos Fotos beleben das Netz, aber möglichst sollten weder man selbst noch Menschen aus dem eigenen Umfeld zu sehen sein.
  • Kontaktdaten geheim halten Da die sozialen Netzwerke Tools zur Kommunikation bereitstellen, sind postalische Anschrift und Telefonnummer freiwillige Angaben – die können getrost verschwiegen werden.
  • Restriktionen ausschöpfen Auch wenn es oftmals mühsam ist, die Einstellungen für Privacy/Privatsphäre zu finden: Die Mühe lohnt sich, um hier so viel auszuschließen wie irgend möglich.
  • Suchmaschinen ausschließen Bei den Sicherheitseinstellungen kann festgelegt werden, wer ein Profil besuchen und einsehen darf. Das sollte möglichst auf Community-Mitglieder beschränkt werden.
  • Netzwerkverknüpfungen minimieren Viele Netzwerke tauschen automatisch alle verfügbaren Daten mit anderen Plattformen. Auch das kann durch entsprechende Einstellungen wirksam verhindert werden.
  • Rechte anderer respektieren Neben dem Schutz der eigenen Privatsphäre sollte auch die der anderen geachtet werden. Denn bei Verstößen drohen unter Umständen schwerwiegende Konsequenzen.

Die Broschüre erweist sich als schnell erfassbares Kompendium und gibt auf pragmatischem Weg sinnvolle und schnell umsetzbare Tipps. Sie macht sich auch prima als Leitfaden, um im Nachhinein bereits erstellte Profile zu überarbeiten. Darüber hinaus gibt sie wertvolle Denkanstöße für das generelle Verhalten im Netz der Netze. Und das – wie eingangs erwähnt – zwar in einer Sprache, die sich explizit an jugendliche Surfer wendet. Aber mit Tipps, von denen garantiert jeder profitiert, der online unterwegs ist.

Hier geht es direkt zum Download der Broschüre.

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