WhatsApp will nun doch mit Werbung Geld verdienen
Bisher war WhatsApp ein Gratis-Messengerdienst mit vielen und tollen Funktionen – nicht wenige fragten sich vermutlich schon immer, warum eine so praktikable, vielseitig nutzbare App nichts kostet – außer einem ziemlich wertvollen Datenschatz, den Meta durch Zugriff auf die Nutzerdaten angehäuft hat. Nun also der Switch auf Werbung. Doch was ändert sich für die Nutzer?
WhatsApp war lange Zeit ein werbefreier Raum – eher eine Ausnahme im heutigen digitalen Geschäft. Die Zeiten sind nun vorbei. Der Digitalkonzern Meta hat angekündigt, das nun nach und nach Werbung platziert wird – selbstverständlich handverlesen und passend auf jedes Nutzerprofil. Im Bereich „Aktuelles“ soll fortan diese Werbung auftauchen, also werden die beliebten Statusmeldungen künftig mit Werbe-Botschaften angereichert.
Laut Meta erfolgt in den kommenden Monaten eine stufenweise Einführung. Allerdings, so lautet das Versprechen der Meta-Macher, sind die Kernbereiche von WhatsApp, also die privaten Chats und Anrufe, auch künftig frei von Werbung. Doch sobald man sich durch die Statusmeldungen oder Kanäle klickt, könnten Usern schon bald Anzeigen begegnen, die auf das eigene Profil und Verhalten zugeschnitten sind. Zur personalisierten Werbung nutzt Meta beispielsweise die Analyse von Spracheinstellungen, Standortdaten und bisherigen Interaktionen mit Anzeigen. Der Unterschied zu anderen Diensten, in denen Werbung seit jeher integraler Bestandteil ist, wird der WhatsApp-User keine Option erhalten, die personalisierte Werbung auszuschalten.
Kein unerwarteter Schritt von Meta
Angesichts von weltweit drei Milliarden Nutzern ist es durchaus nachvollziehbar, dass Meta sich diesen Reichweiten-Erfolg künftig vergolden lassen will. Von den Nutzern schauen nach Meta-Angaben etwa die Hälfte täglich in den Bereich „Aktuelles“, das sind also 1,5 Milliarden potenzielle Werbeempfänger. Eine riesige potenzielle Reichweite also, die Meta nicht länger ungenutzt lassen will. Ursprünglich hatte das Meta-Management mit dem Gedanken gespielt, über eine geringe Abo-Gebühr – es war damals von einem Dollar pro Monat die Rede – zu monetarisieren. Heute nun das Umdenken zur Werbefinanzierung, eine Praxis, die auch auf den anderen Meta-Plattformen erfolgreich umgesetzt wird.
Auch andere Bereiche neben den Statusmeldungen werden nach und nach für Werbung geöffnet. Unternehmen oder Organisationen, die Inhalte veröffentlichen, können durch Zahlungen künftig mehr Reichweite generieren. Auch wird es die Möglichkeit geben, direkt über WhatsApp kostenpflichtige Abodienste abzuschließen.
Natürlich ruft das auch zahlreiche Kritiker auf den Plan. Datenschützer, wie Max Schrems, kritisieren, dass Meta damit gegen den Geist des Digital Markets Act verstoße. Der WDR zitiert ihn mit den Worten: „Meta macht da das Gegenteil von dem, was die EU eigentlich will. Eigentlich gibt es den Digital Markets Act, der besagt, dass Großkonzerne die Dienste nur mit einer Einwilligung miteinander verknüpfen dürfen.“
Meta wiederum verweist darauf, dass ja die Kernbereiche von WhatsApp, also private Chats und Anrufe, auch künftig werbefrei bleiben. Was allerdings ungeklärt ist, ist die Frage nach der generellen Datennutzung durch Meta. Da bleibt der Digitalkonzern nach wie vor in einer Grauzone. Es bleibt zu vermuten, dass weitaus mehr Daten fürs interne Werbekonzept genutzt werden, als der unbedarfte User sich vorstellen kann.
Fazit: Dass sich die Meta-Macher früher oder später für eine Kommerzialisierung des bislang kostenlosen Dienstes WhatsApp entscheiden, ist keine große Überraschung. Es bleibt aber mit Spannung abzuwarten, wie die User auf die Meta-Werbung reagieren. Und ebenso bleibt abzuwarten, wie lange die WhatsApp-Kernfunktionen, die ja nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von unzähligen Communitys für organisatorische Konzepte genutzt werden ,wie beispielsweise in Sportvereinen, werbe- und kostenfrei bleiben.
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