WhatsApp: Mehr Datensicherheit durch Einführung von Nutzernamen?
Wer WhatsApp nutzt, musste bisher seine Telefonnummer preisgeben – in Gruppenchats für alle sichtbar, bei Kontaktaufnahmen unvermeidlich. Das soll sich ändern: WhatsApp plant die Einführung von Nutzernamen, voraussichtlich ab Sommer 2026. Was das für den Datenschutz bedeutet, welche Schutzfunktionen geplant sind – und welche Risiken trotzdem bleiben.
Nutzername wahrscheinlich ab Sommer 2026
Wann das neue Feature kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Aktuell kann ein WhatsApp-Benutzername nur in Testversionen angelegt werden. Der schon einmal für Anfang des Jahres angekündigte Schritt wird voraussichtlich nun im Sommer vollzogen. Den Benutzernamen kann man selbst wählen. Allerdings darf er nicht bereits bei Facebook oder Instagram (gehört beides wie WhatsApp zu Meta) verwendet werden – es sei denn, man ist selbst mit dem entsprechenden Konto verknüpft und kann die Identität bestätigen. Damit Unbekannte nicht etwa über Instagram dieselbe Person auch auf WhatsApp kontaktieren können, empfiehlt sich für diesen Messenger die Wahl eines neuen, eigenständigen Nutzernamens.
PIN gegen ungewollte Kontaktaufnahme
Laut Insiderinformationen ist für den Fall eines plattformübergreifenden Nutzernamens eine Schutzfunktion für mehr Privatsphäre vorgesehen. WhatsApp soll bald über eine Sicherheitsschranke verfügen: Eine vierstellige PIN könnte ungewollte Kontaktaufnahmen verhindern. Nur mit dem Einverständnis einer Person darf diese dann mit der dafür generierten Sicherheits-PIN angeschrieben werden.
Plattformübergreifende Risiken
Der neue WhatsApp-Nutzername stärkt den Datenschutz in jedem Fall: Die eigene Telefonnummer bleibt damit unlesbar und wird nicht unfreiwillig weitergegeben. Generell besteht allerdings wegen des Meta-Plattformkonzepts die Möglichkeit, dass über den öffentlich sichtbaren Nutzernamen gezielte plattformübergreifende Kontaktaufnahmen angebahnt werden. Deshalb warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor der gleichzeitigen Verwendung identischer Nutzernamen auf mehreren Meta-Diensten. Diese Maßnahme reduziert die Gefahr von Identitätsdiebstahl und Hacking. Sie schützt zudem davor, dass Angreifer gehackte Nutzerprofile verknüpfen, eigene Profile anlegen und mit diesen kriminelle Aktivitäten ausführen. Was für Meta eine Nutzung technischer Synergien darstellt, bleibt für die Anwenderinnen und Anwender trotz der erheblichen Datenschutzverbesserung also mit einem gewissen Risiko verbunden.
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