Datenschutzwissen

Digitalpaket der Europäischen Kommission: Cookie-Banner sollen reduziert werden

Während 2026 eine Datenschutz-Prüfoffensive über die europäischen Unternehmen rollt, will die EU-Kommission die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) selbst einer Prüfung unterziehen. Speziell das Thema Cookie ruft bei den Brüsseler Beamten Kritik wach. Mit den geplanten neuen Regeln für den Datenschutz sehen Beobachter bereits das Ende der für viele User so lästigen Cookies gekommen.

Neue Digitalregeln geplant

Das Schlüsselwort ist Verbraucherfreundlichkeit. Im Zuge vereinfachter Digitalregeln für Datenschutz, Cybersicherheit, KI-Nutzung und Entbürokratisierung soll auch die Cookie-Praxis auf den Prüfstand gestellt werden. Die DSGVO fordert von Web-Anbietern vor dem Sammeln und Verarbeiten von personenbezogenen Daten das Einholen einer Einwilligung ihrer Kunden bzw. Nutzer. Diese Vorgabe hat zu den unpopulären Bannern geführt, die sich beim Aufrufen einer Webseite öffnen – der Abfrage von verschiedenen Cookie-Optionen.

Bestätigungen können wegfallen

Nun geht die EU-Kommission daran, diese Cookie-Abfragen zu reformieren. Sie sollen in Zukunft reduziert werden. Das Ziel: weniger Klicks bis zu den von den Nutzern gewünschten Inhalten einer Seite. Die essenziell notwendigen Aktivitäten der Webseite würden dann nicht mehr eigens zustimmungspflichtig sein. User sollen künftig die Möglichkeit haben, ihre individuellen Cookie-Einstellungen direkt im Browser zu speichern.

Damit ist der Gedanke verbunden, Bestätigungen bei den Einstellungen im Browser oder den Anwendungen einer Plattform zentral zu hinterlegen. Dort können unverfängliche Cookies, die keine Datenschutzprobleme bereiten, zugelassen werden. Im Endeffekt würde die Neuerung eine deutliche Verringerung von Cookie-Bannern bedeuten – bei häufiger Nutzung des Internets letztlich auch ein bedeutender Zeitfaktor.

Befürworter argumentieren, dass die Optionen „Cookie ablehnen“ oder „Cookie akzeptieren“ von den meisten Nutzern vermutlich vor allem deshalb angeklickt werden, um einen störenden Banner zu beseitigen. Dies sei jedoch kein Datenschutz im eigentlichen Sinn.

Einschränkungen bleiben bestehen

Während die für die Verwaltung einer Webseite absolut notwendigen Cookies also künftig nicht mehr extra bestätigt werden sollen, gilt dies nicht für anspruchsvollere Cookies, die beispielsweise für Drittanbieter Trackingdienste ausführen oder personalisierte Werbung ermöglichen. In solchen Fällen müssen Cookie-Banner wie gewohnt eine Zustimmung einholen.

Die Kritik blieb nicht aus. Ein Verschwinden der klassischen Cookie-Banner und eine in den Browser verlagerte Freigabe könnten das Ausmaß der verarbeiteten Daten verschleiern. Den Entwicklern des Digitalpakets wird die angestrebte Verbraucherfreundlichkeit hier einen Kompromiss abverlangen.

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